Eltern, die ein Kind durch Tod verloren haben. Egal, ob durch Frühtod, Totgeburt, Tod im Säuglingsalter, Krankheit, Unfall, Suizid oder Gewaltverbrechen, egal wie lange es her ist und wie alt das Kind war.
Verwaisten Eltern fehlt oft die Kraft, sich um das Alltägliche zu kümmern. Die zurückgebliebenen Geschwister bleiben auf der Strecke. Sie fühlen sich doppelt verlassen: Von dem Geschwister, das nicht mehr da ist und von den Eltern, die mit ihrem eigenen Schmerz beschäftigt sind. Bei allen bleibt die Sehnsucht nach dem toten Kind, nach dem toten Geschwister. Es noch einmal zu sehen, zu hören, mit ihm zu reden, zu streiten, es zu umarmen...
Und dann die vielen offenen Fragen:
- Wie begeht man den ersten Geburtstag danach?
- Wie verbringt man das Weihnachtsfest, den Urlaub, den Todestag?
- Was macht man mit den Spielsachen, mit der Kleidung mit dem Zimmer?
- Was macht man mit all den Kleinigkeiten, z.B. mit Zettelchen, die sonst so unwichtig gewesen wären?
Es gibt eine neue Zeitrechnung: Vor und nach dem Tod.
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In Deutschland kommen Jahr für Jahr über 25.000 Babies, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ums Leben: Durch Frühtod, Plötzlichen Säuglingstod, Totgeburt, Krebs und andere Krankheiten, durch Drogen, Suizid und Gewaltverbrechen und - ein alarmierend hoher Anteil - durch Unfälle auf unseren Straßen.
Wie es begann: Trauergruppen Verwaister Eltern gibt es seit über zwanzig Jahren. Die weltweite Bewegung der "Compassionate Friends" hatte ihren Ursprung in Coventry/England. In Deutschland entstanden Anfang der 80er Jahre auf Initiative von Dr. Mechthild Voss-Eiser in Hamburg die ersten Gruppen für Eltern und Angehörige nach dem Tod eines Kindes. Zur Zeit gibt es in Deutschland etwa 350 Selbsthilfegruppen Verwaister Eltern. Sie alle sind nur wenig oder gar nicht finanziell abgesichert.
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